Wetter im Weinberg Juli 2023 (38jul)
Von Matthias C.S. Dreyer
- 3 Minuten - 514 WörterChristian Müller, Mitglied des Club Sellemols (Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler) und Geschäftsführer von Klima-Palatina, hat einen Wetterbericht für die Kalmit und den Kalmitweinberg zusammengestellt.

Bild: Der Weinberg im Juli, 2023.
Das Wetter im Juli 2023 auf dem Kalmitweinberg:
Der Juli hatte zwei extreme Wetterfacetten zu bieten: Zunächst sorgte Hochdruckeinflusses für hochsommerlich heiße Witterung. In der Pfalz wurde der Monatshöchstwert am 10. Juli mit 37,7 in Speyer am Rhein erreicht und selbst die Wetterstation auf dem Kalmit-Turm (690 m ü. NHN) meldete sehr warme 29,6 Grad.
Mit der Umstellung der Großwetterlage in der letzten Juli-Dekade von bis dahin vorherrschendem Hochdruckeinfluss, welcher dann Atlantik-Tiefs weichen musste, gelangten in der Folge mit einer kräftigen westlichen Strömung, welche sich durch starke Windböen bemerkbar machte, sehr wolkenreiche, sowie feucht-kühle Luftmassen nach Mitteleuropa. Es folgten nun 14 Tage in denen der Sommer eine längere Pause einlegte und es zu teils intensiveren Niederschlägen kam, welche das bis dato erhebliche Niederschlagsdefizit aus den Vormonaten deutlich reduzierten. Übrigens gab es trübe Regenphasen im Sommer in der Pfalz im August auch 1974, sowie 1985 und auch im Jahr 2005.
Auf der Kalmit gab es 13 Regentage, welche wiederum in der Folge zu einer monatlichen Gesamtniederschlagssumme von rund 85 Liter / Quadratmeter führten. Somit wurde das langjährige Juli-Mittel bei weitem übertroffen, was allerdings in Anbetracht des extrem trockenen Junis, welcher Niederschlagssummen von nur 8 Litern / Quadratmeter aufwies, insbesondere für die Landwirtschaft, Hobbygärtner und die Winzer einen wichtigen Ausgleich an dringend benötigtem Regen bedeutete. Immerhin waren alle Vormonate, bis auf den März deutlich zu trocken ausgefallen. Im Juli wurden 241 Sonnenstunden addiert, was exakt dem langjährigen Sonnenschein-Mittelwert entspricht.
Des einen Freund, ist ja bekanntlich des anderen Leid und so waren natürlich insbesondere alle Schüler und Sonnenanbeter alles andere als begeistert, dass Petrus ausgerechnet zum Beginn der Sommerferien statt Sonne und Sommerhitze, trübe und verregnete sowie windige frühherbstliche Witterung im Wetterplan stehen hatte.
Auffällig ist bei der Auswertung der Klimastatistik für den Juli, dass eine sogenannte „Tropennacht“ sich dadurch auszeichnet, dass die nächtliche Tiefsttemperatur nicht unter die 20 Grad-Marke absinkt und dies war im Juli auf der Kalmit am 09. Juli der Fall, als es selbst nachts auf dem 673 m über NHN liegenden Kalmit-Gipfel nicht kälter als 23,2 Grad wurde.
Am heißesten wurde es im Sommer 2023 am 09. Juli mit 38,0 Grad in Römerberg und selbst auf der Kalmit kam man bei 29,6 Grad noch gehörig ins Schwitzen.
Übrigens die wärmste jemals auf der Kalmit und zugleich in ganz Deutschland registrierte nächtliche Tiefsttemperatur wurde in der Nacht zum 13. August 2003 mit einem Tiefstwert von unglaublich warmen 27,2 Grad auf der Kalmit gemessen. Da kann man kurz zurückblicken auf den „Jahrhundert-Sommer 2003“, als auf der Kalmit damals noch im ehemaligen Nato-Gelände (heute liegt dort der Weinberg) 36,8 Grad gemessen wurden. Wenn man nun bedenkt, dass am Freitag, 06. August 2023 die Höchsttemperatur auf der Kalmit lediglich 12,2 Grad betrug, verdeutlicht dies, welche extremen Temperaturunterschiede auch im Sommermonat August auf der Kalmit möglich sein können.
Zum Wetter im August 2023 am Kalmitweinberg
Eine Vergleichsbetrachtung zu den letzten Jahren finden Sie hier: https://www.klima-palatina.de/wetter-klima.html
Zum aktuellen Stand des Rebenwachstums
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